Siemens Biodiversity Blog

Donnerstag, 12.05.2022 | Umwandlung

Frühjahrspflege, ein erstes Monitoring, grüne Dächer und ein artenreicher Eingangsbereich

Es ist Frühjahr, überall sprießt und blüht es bereits. Oben im Bild zu sehen, die Echte Schlüsselblume - Primula veris.


Nach einem erfolgreichen ersten Jahr gehen die Maßnahmen für Biodiversität und Artenvielfalt am Siemens-Standort Berlin, Kiefholzstraße, in die nächste Phase. Im Folgenden ein Überblick, was gerade passiert.

Erstes Pflanzenmonitoring

Wir haben mit einer Kartierung der Pflanzen auf den Wildblumenwiesen zwischen Gebäude 24 und 53 begonnen. Die Kartierung hilft uns, die heimischen Stauden zu bestimmen, die für viele in Berlin vorkommenden Fluginsekten eine wichtige Nahrungsgrundlage bilden.


Hierfür werden mehrere Kartierungsquadrate festgelegt und alle Pflanzenarten sowie ihre Anzahl auf einer Fläche von 2 x 2 Metern, erfasst. Bereits jetzt wurden 26 verschiedene Stauden gezählt.

Grünflächenpflege

Zum Auftakt der Saison haben wir vertikutiert. Beim Vertikutieren wird der Rasenfilz entfernt, sodass die jungen Pflanzen wie die hier wachsenden Wildstauden mehr Licht und Wasser bekommen.

Begrünte Raucherkabinen

Die Dächer der zwei Raucherkabinen bieten ab diesem Jahr zwischen Juni und September Pollen für die Blutbiene Sphecodes pellucidus und die Zwergharzbiene Anthidium strigatum.


Die Dächer der Kabinen wurden mit Gründachmodulen bestückt, auf denen Sedum, auch bekannt als Mauerpfeffer oder Fetthenne, wächst. Sobald das Sedum blüht, können die Bienen sich dort Pollen für ihren Nachwuchs holen. Die Gründachmodule speichern zudem Wasser und haben eine isolierende Wirkung an heißen Tagen.

Artenreicher Eingangsbereich

Am Eingangsbereich Kiefholzstraße entstehen Wildstaudenbeete als weitere Futterhabitate für Wildbienen und andere Fluginsekten. Diese Maßnahme ist die Fortsetzung der naturnahen Gestaltung der Grünflächen am Standort, um die lokale Artenvielfalt zu unterstützen.


Tipp für den eigenen Garten:

Wildbienen und andere heimische Insekten können mit immergrünen Pflanzen wie Buchsbaum, oder Heckenkirsche nicht viel anfangen. Schöne Alternativen zu den immergrünen Pflanzen sind heimische Gehölze wie Wildrosen und Weiden.

Mittwoch, 16.06.2021 | Biodiversität

Wildblumenwiesen Blütenpracht

Klatschmohn

Nickende Distel

Saat-Esparsette

Kornblume und Natternkopf

Es ist soweit! Die Wildblumenwiesen, die wir letztes Jahr am Standort in der Kiefholzstr. in Berlin angelegt haben, stehen in ihrer ersten Blüte und bescheren nun vielen Insekten Nahrung und Unterschlupf. Wer genau hinschaut, kann unterschiedlichste Wildbienen entdecken, wie z.B. Steinhummel und Riesen Blutbiene.

Besonders schön zu sehen sind auch die Vögel, die sich nun auf den Wiesen tummeln und ihrerseits wiederum Nahrung in den Insekten finden.

Wer mehr zu Wildbienen und wie man sie schützen kann erfahren möchte, sei der digitale Wildbienenlehrpfad ans Herz gelegt, den Swarmlab für die Deutsche Wildtier Stiftung entwickelt hat: www.wildbiene.org/wildbienenlehrpfad

Montag, 19.10.2020 | Umwandlung

455 regionale Wildstauden für ein Blütenparadies

Von unserem Partner, der Wildpflanzen-Gärtnerei Strickler, haben wir 455 Stauden, Gräser und 5 Gehölze geliefert bekommen. Es handelt sich ausschließlich um regionale Pflanzen. Wir haben sie in die Nähe der Aufenthaltsbereiche gepflanzt, um dort bereits im nächsten Jahr schon viele Blüten zu haben. Außerdem haben wir einige Stauden zusammen mit großen Gräsern rund um die neue Raucherkabine gesetzt, damit diese besser in die Landschaft integriert ist.

Die Pflanzen nutzen jetzt im Herbst alle Energie, um sich im Boden zu verwurzeln. Im Frühjahr werden sie dann in die Höhe schießen um ab Mai erste Blüten zu bilden. Jede zu ihrem Zeitpunkt. Wir sind gespannt!

Montag, 20.07.2020 | Honigbienen

Gibt es Interesse an einem Honigbienen Workshop?

Wir möchten zusammen mit unserem Imker Piet euch einen Workshop zum Thema Honigbienen und die Imkerei anbieten. Um herauszufinden, ob und wie das am besten stattfinden könnte, haben wir eine Umfrage erstellt und würden uns sehr über Teilnahme freuen. Die Umfrage ist Anonym und dauert weniger als eine Minute!
Bei Fragen könnt ihr uns gerne unter mail@swarmlab.org kontaktieren.

oder mit dem Smartphone QR-Code scannen um zur Umfrage zur gelangen.

Montag, 06.07.2020 | Umwandlung

Pause - Boden setzen lassen und beobachten

Der vorbereitete Boden soll sich in den nächsten zwei Wochen setzen. Somit können wir auch sehen, welche unerwünschten Gräser und Kräuter sich auf den Flächen ausbreiten und eine geeignete Strategie festlegen.

Mittwoch, 01.07.2020 | Honigbienen

Erste Bienenkontrolle

Piet baut die Bienenbehausung auseinander, um sich einen Überblick über die Bienenvölker zu verschaffen.

Die Königin ist wohl auf. Sie erkennt man an ihrer Größe und spitz zulaufenden Körperform.

Piet guckt nach der Brut.

Die Bienen haben bereits so viel Lindenhonig gesammelt, dass Piet neue Honigräume (Holzkisten mit lehren Rähmchen) aufsetzt, um Platz für noch mehr Honig zu machen.

Mittwoch, 01.07.2020 | Umwandlung

Erste Schritte auf dem Weg zu Insektennisthilfen

Sand

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Wir schütten 30-50 cm ungewaschenen Sand mit geringem Lehmanteil auf. Der Sand sollte nicht zu fein sein, damit die von den Wildbienen gegrabenen Nester nicht einstürzen. Rund 70% der Wildbienen bauen ihre Nester im Boden.

Totholz

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Für die Nisthilfen verbauen wir Totholz, welches vielen Wildbienen einen Nistplatz bieten wird. Leicht morsche Stammstücke eignen sich besonders gut. Manche Wildbienen nagen Gänge in das Holz um dort zu brüten. Andere Wildbienen nutzen die bereits gebohrten Gänge von anderen Insekten.

Freitag, 26.06.2020 | Biodiversität

Gemeinsames Frühstücksbuffet

Hier sammeln Honigbienen und Wildbienen dicht beieinander Nektar vom Sedum (Fetthennen), der auf dem Dach von Gebäude 24 wächst.
Die Wildbienen auf dem Dach müssen sich in der Nahrungssuche gegenüber den dort stehenden 60.000 - 100.000 Honigbienen behaupten. Hierdurch sieht so mancher Kritiker das Gleichgewicht zwischen Honig- und Wildbienen bedroht. Es gibt aber auch andere Stimmen. Mehr zu diesem Thema folgt im August.

Steinhummel (Bombus Lapidarius)

Westliche Honigbiene (Apis mellifera)

Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris)

Freitag, 26.06.2020 | Honigbienen

Bienenwanderung

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Der SIEMENS Mobility Standort in Alt-Treptow zählt seit dem 19. Juni zwischen 120.000 - 200.000 Honigbienen mehr. Unser Imker Piet hat 2 Bienenvölker auf dem Dach von Gebäude 24 und zwei Bienenvölker vor dem Gebäude aufgestellt.
Im Laufe der Saison wandern manche Imker*innen mit ihren Bienenvölkern in die verschiedenen Blütentrachten, dabei hoffen sie auf einen höheren Honigertrag. Eine für diese Region typische Bienenwanderung ist beispielsweise vom im Frühjahr blühenden Raps auf Brandenburger Feldern zur im Juni und Juli blühenden Linde nach Berlin. Honigbienen sollten nur nachts, nach Sonnenuntergang gewandert werden, wenn sich alle Bienen zur Nachtruhe in der Beute (Bienenbehausung) versammelt haben. Unser Imker Piet verschließt vor jedem Bienentransport die Fluglöcher, damit keins der Insekten verloren geht.

Montag, 22.06.2020 | Umwandlung

rewilding culture! Altes entfernen um Neues zuzulassen

Wir wurden mehrfach angesprochen, warum wir eigentlich die Wildwiese entfernen um anschließend eine neue Wildwiese anzulegen.

Gute Frage!

Hier die Antwort: Die Wiese bestand zu einem großen Teil aus Rasen. Für Bestäuber ist Rasen eine uninteressante Vegetation, die aus Gräsern besteht. Über die Jahre haben sich andere Wildpflanzen ausgesät, was in diesem Jahr besonders deutlich wurde, da erst im Sommer gemäht wurde. Dennoch, der hohe Rasenanteil auf den Flächen, würde eine Etablierung von Wildpflanzen zu sehr erschweren. Denn Rasen besteht aus Kulturpflanzen die darauf gezüchtet wurden, sich gegenüber anderen Pflanzen durchzusetzen. Um ein regionales Wilblumenbiotop zu etablieren, in dem auch nach vielen Jahren noch eine Balance vieler unterschiedlicher Arten herrscht (hohe Biodiversität), müssen wir daher den dominanten Rasen erstmal entfernen.

Hier einmal unsere Arbeit der letzten Wochen in einem Zeitraffer zusammengefasst.

Montag, 22.06.2020 | Umwandlung

Anstrengende Vorarbeit für eine Oase der Vielfalt

Wir haben zwei Wochen harte Arbeit hinter uns, aber es wird sich lohnen!

Mit dem Grassodenschneider haben wir die Grasnarbe direkt unter den Wurzeln abgeschnitten.

Anita rollt die Grassoden auf und trägt sie zusammen

Am Ende werden wir ca. 24m3 Grassoden entfernt haben.

Sandlieferung. Viele Wildpflanzen wachsen besonders gut auf nährstoffarmen Böden. Wir magern daher mit Sand den Boden etwas ab.

Dank Tim haben wir recht schnell die 16 Tonnen verteilt.

Mit der Gartenfräse haben wir den Sand in den Boden eingebracht.

Die 16 Pferdestärken der Fräse waren an dieser Stelle wirklich hilfreich!

Montag, 15.06.2020 | Projektvorbereitung

Wildheit zulassen! Ein Versuch

Wie ihr alle sicher gemerkt habt, wurden die Grünflächen seit Herbst 2019 nicht mehr "gepflegt". Manche stoßen sich daran, andere sind von Grund auf begeistert, wie wir gehört haben. Hier etwas zum Hintergrund: Grundsätzlich ist die Art der Grünflächenpflege eine Kulturangelegenheit. Für Viele bedeutet ein 5-12 Mal im Jahr gemähter Rasen z.B. Bewegungsfreiheit, Ordnung oder Kontrolle. Das kann sinnvoll und begründet, oder aber einfach eine Gewohnheit sein. In einer Zeit, in der Menschen im Verhältnis zu Wildtieren so viel Raum einnehmen das es u.U. dramatische Auswirkungen auf das Ökosystem hat (dazu an anderer Stelle mehr) lohnt es sich, diese Gewohnheit in Frage zu stellen. Fakt ist:

  • Da wo Wildpflanzen und Blüten sind, fühlen sich Insekten und damit Vögel und kleine Wildtiere wohl. Wilde Pflanzen und Tiergemeinschaften haben sich teils über Millionen von Jahren aufeinander abgestimmt. Ein oft gemähter Rasen gleicht dagegen einer leblosen Ödnis.

  • Wird die Grünfläche durch den Menschen nicht sinnvoll genutzt (z.B. zum Spielen, Liegen usw.), kann sie für andere Lebewesen freigegeben werden.

  • Insbesondere in heißen, trockenen Sommern, wie sie mehr und mehr auch bei uns in Mitteleuropa stattfinden, ist eine Wiese, die nicht gemäht wird robuster und ästhetischer als ein kurzer aber gänzlich brauner Rasen.

  • Weniger Mähen kann Kosten sparen.

  • Dadurch, dass die SIEMENS Mobility Grünflächen in Ruhe gelassen werden, können wir sehen, welche Pflanzengesellschaften sich in welcher Form in den Vergangenen Jahren etabliert haben. Das hilft uns zu verstehen, wie wir die zukünftigen Wildblumenbiotope auf dem Gelände anlegen werden.

Ein halbes Jahr nicht zu Mähen war ein Test. Wir konnten hierdurch feststellen, dass sich bereits viele Wildpflanzen und Bestäuber auf einer seit Jahrzehnten regelmäßig gemähten Grünfläche angesiedelt haben. In den kommenden Jahren soll daher nur noch 1-2 Mal im Jahr gemäht werden.

Vegetation im Winterschlaf 2019/20

Die letzte Mahd hat im September 2019 stattgefunden.

Vegetation im Juni 2020

Während des Rundgangs über die Wiesen, die sich nun frei entwickeln durften, waren wir beeindruckt von all den Bestäubern, die bereits fleißig Pollen und Nektar von den Wildpflanzen sammeln.

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Die folgenden Pflanzenarten durften aus dem einfachen Grund wachsen, dass nicht mehr gemäht wurde! Wunder der Natur... In den kommenden Wochen gibt es von uns daher auch ein paar Tipps, was ihr in euren Gärten und Balkonen machen könnt, um mehr Leben zu unterstützen.

Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) Jeder kennt sie, und nahezu alle fliegen auf sie.

Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre) Mittagsschmaus für viele Bestäuber.

Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare) Ein wichtiger Nektarlieferant für Wildbienen Spezialisten.

Einfach nur wirken lassen! ...würden wir sagen :)

Montag, 15.06.2020 | Information

Dachbegehung

Wir haben den Ort festgelegt, an dem die Bienen auf Gebäude 24 wohnen werden. Traumkulisse?

Montag, 15.06.2020 | Information

Ein Biodiversitätskonzept für SIEMENS Mobility in Berlin

Hier kommt unser Plan für dieses Jahr! Wir sind schon unglaublich gespannt auf den Moment der Umsetzung. Wir haben wirklich alles berücksichtigt was man sich auf dieser Flächengröße wünschen kann. Es wird ein Fest für alles was kreucht, fleucht und natürlich die SIEMENS Mobility Belegschaft, für die eine Pausen-Oase entsteht, wenn wir fertig sind und Natur sich entwickelt hat.

SIEMENS start Info_12.07.2020
Montag, 15.06.2020 | Information

Herzlich Willkommen!

Hallo und herzlich willkommen! Wir freuen uns darauf, an diesem SIEMENS Mobility Standort in den kommenden Monaten für mehr Artenvielfalt zu sorgen. Ziel ist es, den immer kleiner werdenden Lebensraum von heimischen Pflanzen, Insekten und Vögeln neuen Raum zu geben. Dieser Blog begleitet den gesamten Prozess der Umwandlung und hält spannende Geschichten und Tipps zum selbermachen rund um das Thema regionale Biodiversität bereit.

So findet ihr uns

In den kommenden Wochen sind wir häufig vor Ort. Ihr könnt uns grundsätzlich immer direkt ansprechen, wir freuen uns über euer Interesse! Außerdem werdet ihr auf Yammer regelmäßig Neuigkeiten zum Projekt finden. Auf den Infotainment Bildschirmen haben wir einen eigenen Punkt im Tortendiagramm. Baustellenschilder mit QR Codes, die ihr mit dem Smartphone fotografieren könnt, führen zu diesem Blog.